Jun
25
2010
Dieser Tage wird ja wieder getschuttet. Wer mich kennt, der weiss, dass mich das nicht weiter bewegt. Aber als kultivierter Mensch komme auch ich am musikalischen Randereignis der WM nicht vorbei. Nein, ich meine nicht den unsäglichen Waka-Waka-Song von Shakira, sondern diese Plastiktröten, die Schrecken aller Fernsehreporter, das Leiden aller Tontechniker, die Feinde aller empfindlichen Ohren. Ich sorge mich nicht um die Fussballer im Stadion. Bei denen weiss ich eh nicht, wieviel von der Aussenwelt in ihre Gehirninnenwelt dringt. Ich sorge mich auch nicht um die Fernsehzuschauer, denn die hören die Vuvuzelas vor lauter Chipstütenrascheln, Bierdosengluckern und Fachsimpeleien eh nicht. Eigentlich sorge ich mich gar nicht, denn ich finde diese Tröten irgendwie lustig.
Nachdem es ja bei allen Fernsehsendern zuerst grundsätzlich mal darum ging, das kultige Hintergrundgeräusch aus dem Stadion in allen Übertragungen runterzuregeln, gibt es im Internet sogar spezielle Filter, mit denen man das Trompeten ausblenden kann, wenn man die Matchs am PC guckt
Nun kommt aber endlich Bewegung in die Gegenbewegung. Diese Woche hat YouTube den Vuvuzela-Button eingeführt. Bei einigen Videos kann man den dezenten, organischen Klang der Vuvuzela geschmackvoll und individuell einblenden (Man klicke dazu auf das Fussballbölleli unter dem Film). Erste Profimusiker haben sich an diesem neuen Instrument versucht und ich rechne fest damit, dass beim nächsten Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker diese lustigen, farbigen Tröten einen festen Bestandteil der hintersten Reihe bilden. Etwas unwohl wird es mir beim Gedanken, dass an der nächsten Fasnacht alle Guggenmusigen Gefallen am neuen Instrument finden, aber vielleicht wird man den Unterschied zu vorher ja gar nicht bemerken.
Auch die Filmindustrie hat Lunte gerochen: Exklusiv und nur hier: die Vorschau auf Herr der Ringe, Teil 4: the fellowship of the vuvuzela.
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Jun
5
2010
Seit einigen Jahren bietet Apple Online-Dienste an, die das Mac-Betriebssystem optimal ergänzen. Mail, Kalender, Adressbuch, eine wunderschöne Fotogalerie, eine Dateiablage, aber auch die Möglichkeit, einfache Webseiten zu bauen. Dazu noch ein paar Power-Goodies wie die Synchronisation von Daten oder auch der Zugriff von überallher auf eine Maschine, die zuhause im Netzwerk läuft. Das Ganze bietet Apple im Paket als MobileMe an und kassiert dafür recht viel Geld. Die Dienste sind aber gerade im Zusammenhang mit iPhone und iPad dermassen attraktiv, dass ich das Geld dafür gerne ausgebe.
Nun ist es aber leider so, dass MobileMe a) nicht überall wirklich optimal funktioniert und b) inzwischen schon ein paar Tage auf dem Buckel hat. Also müsste da bald mal was geschehen. Ich hätte da ein paar Anregungen.
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Jun
5
2010
“Und, ist es gut?” Das ist so in etwa die häufigste Frage meiner Umgebung, wenn herauskommt, dass ich schon auf einem iPad herumspiele. Das verflixte an der Sache ist: ich kann nicht uneingeschränkt mit “Ja” antworten. Grundsätzlich zwar schon, aber…
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Jun
2
2010
Seit Wochen sprudelt das Öl im Golf von Mexiko aus jener einen Quelle, die so gar unerwünscht unerschöpflich ist. Es gibt offizielle Zahlen zur ausgelaufenen Menge, man vermutet jedoch weit höhere inoffizielle Zahlen. Diverse Versuche wurden schon unternommen, um das Leck zu schliessen. Nichts hat bisher geklappt. Die Welt reibt sich die Augen, dass es auch im Jahr 2010 zu einer solchen Katastrophe kommen kann und dass es immer noch kein griffiges Gegenmittel im Falle einer solchen Katastrophe gibt. Und wenn wir ganz ehrlich sind – hier in Europa interessiert uns die Sache bereits nicht mehr so drängend, schliesslich ist der Ölteppich weit weg. Es sei denn, man holt ihn über www.ifitwasmyhome.com vor seine Haustüre. Google Maps machts möglich und schon sieht man, wie gross der Teppich ist. Mit Lenzburg im Zentrum reicht die Fläche locker bis Kempten, Stuttgart, Mulhouse, Dijon, Lausanne. Und sie wird leider täglich noch grösser.
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Mai
30
2010
Ja, Herrschaften, was soll man sagen: Ein Traumfinal war’s! Lena hat gewonnen. Und wir fahren nächstes Jahr nach Berlin. Aber gehen wir der Reihe nach.
Jedes Jahr gegen Ende Mai trifft sich die inoffizielle Lenzburger-Eurovisions-Jury vor dem Grossbildschirm an einem geheimen Ort und berät über die Eurovisionsbeiträge. Bewertet werden selbstverständlich Qualität der Songs sowie die Performance der Teilnehmer. Nebenkriterien – und die sind nicht ganz unentscheidend – sind aber auch Bühnenbild, Einsatz von Windmaschine und Feuerwerk, Länge von Röcken und Haaren, Treffen von Tonhöhen sowie Einsatz von Bühnenuntensilien wie Peitschen, Geigen oder funkenstiebenden Trennscheiben. Dieses Jahr neu hinzugekommen sind die Kriterien Botox-Eingriffe, Nasenkorrekturen und endlich wurde auch das schon lang diskutierte Kriterium Brustvergrösserung (Damen) und Brusthaare (Herren) als offizieller Beurteilungspunkt eingeführt. Kurzum, die Jury hat viel zu tun.
Die Sache beginnt schon bei den Halbfinals. Da trennt sich ja die Spreu vom Weizen, wobei es unverständlicherweise auch immer noch ein bisschen Streu in den Final schafft (Mister Gaga aus Serbien) und Weizen aussortiert wird (Michel aus der Schweiz). Aber item: der Final verspricht jedes Jahr Höhepunkt über Höhepunkt. Auch dieses Jahr war das Teilnehmerfeld breit gestreut. Generell soll gesagt sein: die Qualität stimmt generell. Und dieses Jahr herrschte grosse Uneinigkeit in der Jury. Favoriten waren: die Wuchtbrumme aus Island mit ihrem Euro-Dance-Titel in Französisch. Dann die herzzerreissende Geschichte vom Aprikosenstein aus Armenien, wobei sich der eine Teil der Jury auf den Aprikosenstein im Bühnenbild, der andere Teil eher an die beiden Aprikosensteine der Sängerin orientiert. Desweiteren hatten wir den Plexiglasflügel aus Rumänien. Ebenfalls mehrheitsfähig natürlich die recyklierte Herzblatt-Trennwand aus Dänemark. Bei den ruhigeren Songs konzentrierte man sich auf den Schnüggel aus Zypern und den Schwiegersohnverschnitt aus Israel, wobei der Gute einfach bei einigen Tönen himmelweit danebenlag. Und dann war da natürlich Lena, keine Frage. Die hat dann am Schluss ja auch gewonnen. Zu Recht und für einmal waren wir mit der Eurovisions-Welt versöhnt. Denn letztlich lagen auch all unsere Favoriten hoch im Kurs.
Nun hat der Sieg von Deutschland für uns die Konsequenz, dass wir nächstes Jahr unsere Jurybewertung live in der Austragungshalle anbringen werden. Das lag schon lange in der Luft: wenn eines unserer Nachbarländer gewinnen sollte, dann nix wie hin. Naja, der Gedanke war eigentlich: wenn die Schweiz gewinnen sollte, dann nix wie hin. Aber man muss ja realistisch bleiben. Deshalb nun also: Berlin, wir kommen! 2011 sind wir live dabei!
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