Szenenwechsel

Szenenwechsel: vom Grossstadtdschungel Londons in den echten Dschungel Kolumbiens.

(Achtung Funkloch: Da es im Dschungel kein Internet gibt, wurde dieser Beitrag offline geschrieben. Die Gedanken sind drum schon ein paar Tage alt.)

Unsere London-Woche ist vorbei. Wir sind mit vielen tollen Erlebnissen und Eindrücken zurück nach Zürich geflogen. Wir haben zuhause übernachtet, den Koffer ausgewechselt und stehen am nächsten Morgen bereits wieder am Flughafen in Zürich. Vor uns ein kurzer Flug nach Madrid und von da ein langer nach Bogotá.

Die Strecke nach Madrid verschlafen wir. Im Flughafen von Madrid sausen wir vom einen Ende zum anderen Ende, immerhin ein Fussmarsch von 20 Minuten. Eine schnelle Paella für zwischendurch und dann geht auch schon das Boarding nach Bogotá los. Wir fahren mit dem Bus zum Flugzeug und erleben eine kleine Überraschung. Nachdem uns AirEuropa auf dem Kurzflug nach Madrid in eine ziemlich alte muffige Maschine gesteckt hatte, sind wir auf das Schlimmste vorbereitet. Aber siehe da: auf dem Flugfeld wartet ein nigelnagelneuer Dreamliner auf uns.

Vor Jahren haben wir in Seattle die Boeing-Werft besucht und dort gesehen, wie diese modernsten Flugzeuge gebaut werden. Quasi wie Autos auf dem Fliessband, einfach alles ein wenig grösser. Auf der Führung wurde schnell klar, dass der Dreamliner für Boeing ein wichtiges Flugzeug ist. Nachdem Airbus mit dem riesigen A360 in Richtung Grossraumflugzeug ging, wollte Airbus eine andere Nische besetzen. „Normalgrosse“ Flugzeuge mit wenig Spritverbrauch, also hoher Reichweite. Im Gegensatz zum A360 aber fähig, auf jedem normalen Flughafen zu landen. Um dieses Ziel zu erreichen, musste fast alles neu gedacht werden: leichtere Materialien, bessere Aerodynamik, modernste Technologie.

So betreten wir nun also einen fertigen Dreamliner. Der erste Eindruck: leicht und luftig. Im Dreamliner sind die Fenster rund 30% grösser als in anderen Flugzeugen. Damit fällt mehr Licht in die Kabine, was die ganze Sache gleich wesentlich weniger muffig macht. Die Bestuhlung ist – machen wir uns nichts vor – gleich eng wie sonst auch, aber die Stühle sind leichter und ehrlich gesagt bequemer als die normalen, meist schon arg beanspruchten Polstersessel. Die ganze Kabine wirkt wesentlich geräumiger und freundlicher.

Das gute Gefühl bleibt dann auch während des Fluges. Ein Dreamliner hat spezielle Flügel, die wie bei einem Vogel extrem stark durchbiegen können. Damit wird das Fliegen eher zum Gleiten. Das merkt man schon beim Start, den man eigentlich fast gar nicht bemerkt. Die Treibwerke sind viel leiser als bei normalen Flugzeugen und auch mit normalen Kopfhörern kann man das reichhaltige Unterhaltungsprogramm endlich mal geniessen. Ich muss sagen: ein neues Flugerlebnis! Hoffentlich dann auch auf dem Rückflug!

Leider – und das trübt das Erlebnis ein wenig – sind die Stühle wie gesagt gleich eng angeordnet wie sonst auch. Zumindest in unserer günstigeren Preisklasse. Dass es auch anders geht, erleben wir dann auf dem letzten kurzen Flug von Bogotá nach Leticia. Aus welchen Gründen auch immer können wir da nämlich Business fliegen. Ja, so sollte Fliegen immer sein: Viel Beinfreiheit, dazu nur zwei Sessel nebeneinander, sodass man sich auch links und rechts ausbreiten kann. Ja, das ist schon schön. Aber immer noch nicht den immensen Aufpreis wert. Den sparen wir uns dann lieber für ein paar gute Nachtessen auf der Reise auf.

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