Biskaya

Wir sind inzwischen auf hoher See. Rundum nur noch Wasser. Mitten in der Biskaya. Der nächste Wegpunkt ist Finesterra, der westlichste Punkt Spaniens. Von dort geht’s dann weiter Richtung Süden bis etwa auf Höhe der kapverdischen Inseln und von da an halten wir dann gen Westen, Brasilien zu.
Gestern Nacht haben wir die Uhr eine Stunde zurückgestellt. Das entscheidet auf dem Schiff der Kapitän, wie das mit der Zeitumstellung genau geht. Die Umstellung hat den Vorteil, dass es morgen schon früher hell ist und damit die frühen Arbeiten an Deck sicherer sind. Jetzt, wo wir das Festland hinter uns gelassen haben, ist Seebetrieb angesagt. Alle Taue und sonstigen losen Gegenstände werden versorgt. Nun bleibt Zeit, das Schiff im Schuss zu halten. Ein bisschen Malen hier, ein wenig Schweissen da. Dann natürlich immer mal wieder die Ladung kontrollieren – die Kühlcontainer müssen beispielsweise täglich überprüft werden. Dann die eine oder andere Seeübung für die Mannschaft. Das ist in etwa das Programm der nächsten 12 Tage.
Hier in der Biskaya, wo der Golfstrom auf Land trifft, ist das Meer eher unruhig. Wir haben zwar schönes Wetter und wir merken, wie es von Stunde zu Stunde wärmer wird. Aber die unruhige See bringt auch unser Schiff ins Rollen. Wir schwanken gemütlich und träge hin und her, da wir aber zuoberst unter der Brücke wohnen, schwankt unsere Koje ganz ordentlich. Das hat dann manchmal durchaus etwas von Achterbahn, wenn der Boden unter einem wegschwankt. Schlecht ist es uns deswegen noch nicht, aber man muss sich gut festhalten und aufpassen, dass man nicht vom Sofa kullert. Ausserdem empfiehlt es sich, alle Geräte ordentlich festzumachen, denn sonst rutscht dann plötzlich mal die Kamera vom Tisch.
Alles in Allem ist es nun aber tatsächlich sehr ruhig geworden. Die Mannschaft hat jetzt Zeit, zeigt uns das Schiff. Heute hatten wir mit dem Kapitän einen grösseren Rundgang, morgen gehts in den
Maschinenraum. Wir dürfen uns an Bord jetzt auch frei bewegen. Das war bisher etwas schwierig wegen des Wetters. Nun können wir aber rund ums Schiff spazieren, den Bug geniessen oder hinten im Heck eine Partie Basketball spielen – die Mannschaft hat da einen Korb installiert. Auch die Brücke steht uns offen, wann immer wir wollen – die Leute, die da oben Wache schieben, sind ganz froh, wenn jemand auf einen Schwatz vorbeikommt. Die eine oder andere Partie Tischtennis und Doppelkopf ist auch bereits abgemacht und in einer Woche kommt das Spanferkel auf den Spiess. So lässt es sich leben :-)

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