Sepetiba und Santos

Nach der langen Zeit auf See müssen wir uns wieder etwas an die Bedingungen in den Häfen gewöhnen.
Wenn wir in einen neuen Hafen einfahren, ist unsere Bewegungsfreiheit auf dem Schiff etwas eingeschränkt. Der Kapitän möchte logischerweise seine Ruhe auf der Brücke, die müssen sich schliesslich konzentrieren da oben. Auf dem Deck dürfen wir uns auch nicht rumtreiben, denn da werden die Vorbereitungen für das Anlegemanöver getroffen; Seile hinausholen und bereitlegen, Anker parat machen, etc. Die Mannschaft ist zudem sehr beschäftigt, schliesslich gilt es auch, alles für den Ladungsaustausch vorzubereiten.
Bleibt uns also nur unsere Kabine und unser „Balkon“. Das ist keinesfalls schlecht. Die Kabine ist in der brasilianischen Hitze angenehm kühl. Und der Balkon ist als Beobachtungspunkt auch nicht so schlecht – liegt er doch nur einen Stock tiefer als die Brücke. Von hier oben können wir den Schleppern zuschauen, wie sie unser Schiff zum Anlegeplatz ziehen und stossen. Die Schlepper sind kräftige und sehr wendige kleinere Boote. Mit einem Seil wird Verbindung zu unserem Schiff aufgebaut und dann werden wir punktgenau an die Quaimauer bugsiert.
Normalerweise braucht es zwei oder drei Schlepper für ein Schiff unserer Grösse. Und es ist schon faszinierend, dass diese paar kleinen Schiffchen unseren grossen Dampfer so locker herumschubsen. Die drehen uns auch kurz mal komplett um im Hafenbecken, damit wir nach dem Laden wieder Bug voraus auslaufen können.
Das Ent- und Beladen läuft dann wie immer. Grosse Containerkräne holen die Container vom Schiff und laden sie an Land ab. Hier in Sepetiba (bei Rio) und in Santos (bei Sao Paolo) sind die Containerhafen nicht ganz so modern eingerichtet, wie wir das in Europa gesehen haben. Die Containerkräne sehen relativ rustikal aus im Vergleich zu ihren europäischen Kollegen. Unten an Land verkehren auch nicht so schicke Containerlader, sonder ältere Diesel-Lastwagen. Die stinken und russen ganz schön. Die Container werden auf den Lastwagen abgesetzt, dieser fährt dann ins Containerlager, wo kleinere Kranwagen die Ladung dann abstellen. Aber: auch das funktioniert schnell und irgendwie koordiniert. So werden wir in ein paar Stunden auch hier bereits wieder ablegen können.

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