Blick in die Küche

Letzte Nacht haben wir den Äquator überquert. Hat ein bisschen gerumpelt, als wir drüber fuhren, aber sonst haben wir nicht viel gemerkt ;-) Sprechen wir doch mal über das wichtigste Thema bei einer Seefahrt: die Verpflegung. Die ist ja für den modernen Seefahrer nicht ganz unwichtig, denn gutes Essen hebt die Stimmung.
Auf unserer Fahrt haben wir einen philippinischen Koch, der sein Handwerk ganz gut beherrscht. Das Essen ist durchaus gut und auch durchaus abwechslungsreich. Es gibt sehr viel Fleisch – durchaus auch zum Zmorge. Aber es hat auch immer Salat, Früchte, eigentlich immer Gemüse. Insofern ist der Speiseplan ganz ausgewogen. Manchmal ist er ein wenig überraschend, zum Beispiel wenn Frühlingsrollen zusammen mit Ravioli aus der Dose gereicht werden. Bei den typisch deutschen Gerichten kommt der Koch manchmal etwas ins Schleudern, bei den asiatischen ist er hingegen top.
Natürlich gibts wie überall auf dem Schiff auch beim Essen einige Rituale. Sonntags gibts zum Beispiel immer Steak. Immer. Am Samstagmorgen gibts zum Frühstück Beef Tartare oder – wer das rohe Fleisch nicht mag – Frikadelle. Samstagmittag ist dann Suppentag. Freitag gibts natürlich Fisch. Donnerstags und sonntags gibts Dessert – meist Glacé. Am Sonntag, weil es Sonntag ist, am Donnerstag, weil es dann auf See auch eine Art Sonntag ist. Morgens kann man denn donnerstags und sonntags auch immer wählen, wie man sein Ei zubereitet möchte: gebraten, gekocht, als Pancake, als Omelette oder wie auch immer.
Was es immer hat: Brot, Käse, Wurst, zum Znacht auch immer diverse Frischkäse, Fleischpasteten, Heringssalat und ähnliches. Auf dem Tisch steht zudem immer eine ganze Armee von Döschen und Fläschchen mit Saucen, Gewürzen, Ketchup, Würze, und so weiter.
Gegessen wird dreimal täglich, ebenfalls ein fixes Ritual. Die Mannschaft in einem Raum, die Offiziere in einem anderen. Wir Passagiere haben die Ehre, immer am Tisch des Kapitäns zu sitzen. Jeden Tag also Captains Dinner. „Der Alte“ gibt die Sitzordung vor, die Offiziere und höheren Techniker haben am Tisch ihren festen Platz, je nach Rang.
Die Hamburg Süd gehört übrigens Dr. Oetker. Das ist jener mit dem Backpulver und den Fertigmischungen. Der hat sich als Hobby irgendwan mal eine Flotte von Frachtschiffen zugelegt. Hat auch noch ein paar andere Hobbies, wie man hört. Wir wissen aber somit relativ genau, woher die Puddings kommen, die immer am Samstag gereicht werden…

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