Südwärts

Nach unserem Trip in die Laguna San Rafael sind wir donnerstags für einen weiteren Tag in Rio Tranquilo geblieben. Am Freitag ging es dann weiter nach Chile Chico nahe der argentinischen Grenze. Die holprige Piste führte rund um den Lago General Carrera. Die Ausblicke auf den See waren immer wieder beeindruckend. Das Wasser leuchtete in allen erdenklichen Blautönen, am Himmel jagten graue und weisse Wolken vorbei und am Horizont blickten wir auf schneeweisse Gletscher.
Die Fahrt machten wir nicht allein. Vor ein paar Tagen hatten wir Hitchhiker mitgenommen, zwei Deutsche, mit denen wir uns gut verstanden. Jona, der eine von ihnen, war inzwischen ebenfalls in Rio Tranquilo angekommen, bzw. gestrandet. Er war froh, dass wir uns wieder trafen und er mit uns weiterfahren konnte. Er ist mit einer losen Clique unterwegs und so lernten wir auch noch Siv, eine Amerikanerin, und Nik, einen Australier kennen. Zu fünft holperten wir also am Freitag um den See und verstanden uns blendend.
Abends landeten wir in Chile Choco, fanden ein Hostel mit Campingplatz und so gab es noch ein gemeinsames Abendessen. Inzwischen war auch Tanja noch zu uns gestossen, die wir damals mit Jona mitgenommen hatten.
Der Samstagmorgen begann dann noch mit einem schönen Frühstück zu sechst, bevor wir wieder allein weiterfuhren. Wir wechselten wieder nach Argentinien. In den letzten Tagen haben wir etwas gebummelt und nun mussten wir mal einen Rutsch südwärts. Also gaben wir unserem Toyota die Sporen und frassen Kilometer. Einen kleinen Halt gab es – die 8000 Jahre alten Wandmalereien der Cueva de los manos liessen wir uns nicht entgehen.
Auch heute fuhren wir nochmals den ganzen Tag – insgesamt haben wir seit gestern morgen rund 700 km hingelegt. Über Asphalt und Piste, mal mit 120, mal mit 20 km/h. Durch Sonne, durch Regen, durch peitschenden Wind. Die Steppenlandschaft auf den ersten Blick öde, für uns aber doch immer spannend und abwechslungsreich.
Heute Nachmittag kam dann unser Ziel in Sicht – der Fitz Roy – quasi das Matterhorn Patagoniens. Rund um dieses Gebirgsmassiv werden wir nun die nächsten Tage bleiben. Diese Gegend ist das eigentliche Epizentrum von Patagonien. Und wenn wir bis jetzt auch schon ganz viele Höhepunkte erlebt haben, dann werden hier wohl noch einige weitere Patagonienträume wahr.

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