Voll im Sumpf

Die Esteros del Iberá sind das zweitgrösste zusammenhängende Feuchtgebiet der Erde. Rund 13000 km2 Sumpf, Seen und Grasland. Heimat für eine vielfältige Flora und Fauna. Kaimane sonnen sich auf Grasinseln, die teils frei im Wasser schwimmen. Hirsche und Wasserschweine waten durch den Sumpf. Und dann trifft man natürlich Hunderte von Vogelarten, darunter Störche, Reiher, Eisvögel oder Kibize. Schlangen, Spinnen und viele Insekten dürfen nicht fehlen.

Wir erkunden den Sumpf bequem von der Lodge aus per Boot. Unsere Guides wissen genau, wo sie uns hinfahren müssen. Wir können ganz nahe an die Kaimane ran. Auch die Hirsche lassen sich nicht stören. Die Wasserschweine grasen ungerührt weiter. Meist übrigens mit einem Vogel auf dem Rücken. Dieser reitet im Trockenen mit und stürzt sich auf kleine Fische oder Insekten, die durch die pflügenden Schweine aufgeschreckt werden.

Heute dann ein besonderes Schmankerl: Piranhas fischen! Man spiesst ein Stück Poulet an einen Hacken, hängt diesen ins Wasser und 10 Sekunden später kann man den Piranha rausziehen. Sie beissen recht fleissig, sind aber teilweise so clever, dass sie auch einfach das Poulet vom Haken wegknabbern. Aus der Nähe sehen die Viecher schon recht gefährlich aus. Die Zähne sind messerscharf, die Fische selbst bestehen hauptsächlich aus Gräten und sie zappeln recht kräftig umher. Hält man ihnen ein Zweiglein ins Maul, schnappen sie zu. Auch dünne Ästchen durchbeissen sie locker. Wirklich gefährlich sind sie aber nur für andere Fische. Normalerweise könnte man hier trotz der Piranhas problemlos baden. Wir verzichten.

Die einzigen wirklichen Feinde für die Piranhas sind die Kaimane. Deren Zähne sind noch etwas schärfer, das Gebiss noch etwas kräftiger. Schnappt ein Kaiman einen Piranha, wird nicht lange gefackelt. Lange Zeit wurden die Kaimane hier im Sumpf gejagt. Als Folge davon gab es immer mehr Piranhas und als Folge davon wiederum immer weniger andere Fische. Inzwischen stehen die Kaimane unter Schutz und das System hat sich wieder erholt.

Überhaupt scheint es uns, dass die Leute hier ihrem Sumpf Sorge tragen. So ist es beispielsweise nur zu gewissen Zeiten möglich, mit dem Boot rauszufahren. Damit ist sichergestellt, dass die Tiere auch mal ihre Ruhe haben.

Und wir auch :-)

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